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Hier die Abschluß-Arbeit meines 5-wöchigen Pastell-Zeichenkurses in Stralsund:

Ralf Borschke (der Zeichenlehrer) hatte die Bilderrätsel-Seite der Super-illu aufgeschlagen, auf der ein sehr schönes Beispiel der wegweisenden Landschaftsbilder Jakob Philipp Hackerts (1737-1807) zu sehen war. Bevor Hackert nach Italien ging und dort seinen Ruhm erlangte, verbrachte er in Stralsund einige Zeit und fertigte Zeichnungen von Rügen und Stralsund an. Vor allem gestaltete er aber die zum Weltkulturerbe zählenden Hackertschen Tapetensäle in der Ossenreyerstr 1.

Ob ich mir das zutraute, fragte er kurz. Ich überlegte auch nicht lang und wollte das Bild malen. Etwas später (im helleren Tageslicht und vor allem mit Brille und Lupe) erkannte ich, welcher Detailreichtum in dem Bild verborgen war. Nur gab es aber kein zurück mehr.

Hackerts Tempel der Sybille

Pastell: 20x30cm , Hahnemühle Pastell-Skizzenblock
Rembrandt-Pastelle
(Original hängt in Dresden, Gemäldegalerie Alte Meister )
entstand ca. 1770
Öl auf Leinwand, 45x56cm

Unser „Original“ in der Illu hatte in etwa quadratische Maße. Mein erster Entwurf dagegen nur das 2:3 Verhältnis des DIN A4 Formats. Ich brauchte mehrere Ansätze um die Proportionen von der quadratischen in den rechteckigen Rahmen zu bringen und übermalte dabei die Versuche noch mit verschiedenen Farben, ohne sie auszulöschen.

„Das ist nicht zu gebrauchen und gehört in die Tonne“, meinte er. Also machte ich gleich noch einen großen Entwurf auf ungefähr 60 x50cm.

Bei meinen Übungen zuhause beschloss ich aber, doch mit dem kleinen Format erst mal die Farbpalette zu erkunden und mich dann an das richtige zu wagen. Nun ich bin beim DinA4 geblieben und habe das Bild mit viel Fleiß in ca. 10 Tagen endlich fertig gebracht. Und es ist gar nicht mal so „schlecht“ geworden.

Für die Säulen mußte ich das Lineal benutzen, anders ist das nicht zu machen. Danach kann man immer noch Unregelmäßigkeiten anbringen, die wieder Leben in die statischen Strukturen bringen.

Interessant sind die weißen Akzente, die Hackert mit den beiden Ziegen und den kleinen Figuren setzte. Fehlen die Ziegen, verliert das Bild enorm an Farbdynamik. Ich habe das noch etwas verstärkt durch den kleinen See, den es nicht im Original gibt, der aber durch mein gestreckteres Format seine Berechtigung erhält.

Apropos Farbpalette: es ist nahezu unglaublich wie fein abgestuft der Farbauftrag ist. Ich habe alle notiert und um die 50 Farben (inklusive Abstufungen) benutzt. Graugrün und Gelbocker in allen Variationen! Gut das das große Rembrandt-Sortiment so viele Farben bereithält. Sonst hätte ich nicht ohne Fixierung das ganze Bild aufbauen können. Erst ganz am Ende nach der Fixierung habe ich die eine oder andere Aufhellung oder Absetzung verstärkt, die sich vor der Fixierung vielleicht nicht mehr hätte aufbringen lassen.

Das Bild wurde gerahmt und verschenkt:

Hackerts Tempel der Sybille, gerahmt 25x 34cm
Verschenkt