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Es hatte sich schon vorsichtig angekündigt, nun ist es doch für drei Tage zurückgekommen, das Hoch. Ziemlich klein zwar, aber groß genug für den ganzen Nordosten. Und so hatten wir mit etwas gutem Willen und der notwendigen Unerschrockenheit, gegenüber „frischem“ Wasser, noch zwei, drei echte Badetage am Meer. Nun, wir sattelten kurzentschlossen zunächst das Auto und dann die Räder und wurden mit herrlich friedlichen Spätsommernachmittagen belohnt.Kaum Wind, schönes klares Wasser, mit uns nur noch die allerletzen Urlauber am Strand, kaum einer noch im Wasser. Geschätzt 16-16,5?, also schon ziemlich kalt. Auf der Haut schon deutlich als eisiger Zugriff, im ersten Moment fast schon schmerzhaft, je nach Gemütslage. Also schon nichts mehr für jeden.

Interessant ist ja, das im Spätsommer fast keine bunte Windschutzschirme oder -zäune mehr aufgebaut werden. Eigentlich unverständlich. Liegt aber wahrscheinlich am Typus der Späturlauber, die sich auch gern mal improvisiert einfach in den noch warmen Sand legen, statt den ganzen Kulturkram mit an den Strand zu schleppen, um bloß nicht zu doll den „Naturgewalten“ ausgesetzt zu sein. (Gut ich sehe ja ein, das man kleine Kinder nicht den ganzen Tag der Sonne und dem Wind aussetzen kann…..)

An beiden Tagen entstanden noch zwei Skizzen, die jede für sich wieder eine kleine Geschichte hat:

Darß Blick nach Norden

Darß Blick nach Norden
15 x 20 cm
Daler Rowney Pastel
Frabriano Sketch

die erste, „Blick nach Norden“ habe ich in „Aufwärmtechnik“ gezeichnet: Schnell zur Wasserlinie (dort ist es nass und windiger..) grob im Stehen, die Hauptlinien und Richtungen eingefangen, zurück zum Liegeplatz und mit den dort verbliebenen restlichen Farben aus dem Gedächtnis die ersten Farbflächen vorsichtig eingesetzt. Zurück zum Wasser, weitere Details aufgenommen und wieder zurück zum Liegeplatz. Nach dem dritten Mal habe ich dann doch meinen leichten Jogging-Anzug überzogen und mich etwas oberhalb der von den Wellen beleckten Strandzonen in den nur noch leicht feuchten Sand gesetzt. Für eine Weile ging das. Und es lohnt sich. Aus der Perspektive sehe ich einfach noch viel besser, was alles so in ein Strandbild hineingehört.

Kiefer mit Blick aufs Meer

Kiefer mit Blick aufs Meer
10x20cm
Daler Rowney Pastel
Fabriano Sketch

Das zweite Bild mit „Kiefer am Meer“ ist das erste seit langem, das wieder auf das Meer schaut. Am Anfang habe ich mir die Bilder gar nicht anders vorstellen können. Es ist wie der Blick von einer Bühne, noch hinter dem Vorhang stehend in das Theater schauend. Der Vorteil dieser Position in den Dünen, ist aber auch die Klarheit, mit der man die unzählbaren Verästelungen der Sturmkiefer erkennen aber kaum mit dem Auge verfolgen kann. Diese bizarren Richtungsänderungen richtig wiederzugeben, ist unheimlich schwer, weil ich als Zeichner spontan zum Glätten neige. Ich mußte mich bei jedem neuen Ansatz zwingen, bizarr zu denken und zu zeichnen. Die Skizze habe ich zuhause noch mit Pastellstiften verfeinert, um diese unglaublichen, endlosen Verzweigungen halbwegs sichtbar werden zu lassen. Mit den weicheren Kreiden ist das nur zu schaffen, wenn man ständig mit Bruchkanten der Kreiden arbeitet. Das ist aber eine ziemliche Materialschlacht und danach ist alles voller Pastellkrümel und-Staub. Im Freien mit vernünftiger Ablage ist das gut machbar. Drinnen eigentlich nur im Atellier zu empfehlen und selbst da wären Handschuhe und Staubfilter nicht verkehrt…

Zurück zum Weststrand. Vielleicht gibt es noch ein allerletztes Abschwimmen. Aber ich denke das muß dann durch einen kleinen Jogging-Lauf am Strand vorbereitet werden. Denn nach der kommemden Woche wir das Meer nur noch 13-14°C warm sein, und das tut richtig weh! Kann mich noch an das Sprungbecken im Weddinger Humboldt-Hain Bad erinnern, als wir unbedingt zur Eröffnung am 1. Mai vom Drei-Meter-Brett springen mußten. (Schwimmen konnten wir zwar noch nicht, aber die Leiter war beim Auftauchen in Griffweite, das hatte uns gereicht und danach fühlten wir uns richtig stark).